Resümee des Stadtspaziergangs „Gemeinsam für das Gemeinwohl…“

60 Krefelderinnen und Krefelder waren am 5. Mai 2018 gekommen, um zu sehen, wie sich der Gemeinwohlgedanke der Urbanen Nachbarschaft Samtweberei nach mehr als einjähriger Laufzeit entwickelt hat. Projektleiterin Monika Zurnatzis und Rainer Gropp vom Viertelrat erläuterten das Prinzip:

Sämtliche Mieter der 37 Wohnungen und 25  Gewerbeeinheiten haben sich bereit erklärt, im Gegenzug für die günstige Miete in der Alten Samtweberei ehrenamtliche Arbeit vor Ort zu leisten. Für jeden Quadratmeter Wohnraum wird eine Gemeinwohlstunde angerechnet. So kommen insgesamt 2.500 Stunden zusammen, die den Menschen und dem Quartier zu gute kommen.

Alle Projekte, die mittlerweile in und um die Samtweberei laufen, zu benennen, fällt schwer; deswegen seien nur einige Beispiele genannt:

  • das Café Lentz, das vom Verein Kette& Schuss ehrenamtlich betrieben wird,
  • die Gruppe, die die sportlichen Aktivitäten in der Shedhalle koordiniert und durchführt,
  • die Werkstatt AG, die die den Gemeinschaftsgarten pflegt, die Menschen, die das Tauschregal und die Bücherbox betreuen,
  • die Truppe, die sich mit kreativen Ideen um die Sauberkeit des Viertels bemühen,
  • die GärtnerInnen der Baumbeete,
  • die Lesepaten für die Josefschule,
  • die Sachkundigen, die beim Verstehen und Ausfüllen von Formularen behilflich sind,
  • Wandgestalter,
  • das Redaktionsteam der Stadtteilzeitung „Die Samtweber“ und
  • die Verantwortlichen für den Nachbarschaftsladen „Die Ecke“.

 

Der allmonatlich zusammenkommende „Viertelsrat“ beschließt u. a., welche Initiativen und Ideen aus dem 5.000 € umfassenden Projektfonds unterstützt werden sollen. Damit dieses komplexe Sozialgeflecht der Urbanen Nachbarschaft Samtweberei koordiniert und organisiert werden kann, stehen alljährlich 60.000 € aus der erwirtschafteten Rendite der Immobilie für die Gemeinwesenarbeit zur Verfügung.

Das „Initialkapital“ in Höhe von fast 8 Mio € für die Sanierung des Fabrikgebäudes kam von der Montag Stiftung. Die großzügige Investition hat sich in vielfacher Hinsicht gelohnt. Es wurde nicht nur ein Denkmal sensibel saniert, das zusammen mit dem Pionierhaus mehr als 150 Menschen Wohnung und Büros bietet. Es ist vor allem zum vitalem Herz der südlichen Innenstadt geworden, wo Nachbarschaft und Gemeinsinn gelebt wird.