Grüne Dächer sorgen für bessere Luft: Beim Stadtspaziergang der Grünen ging es um die Vorteile von Pflanzen auf Dächern.

„Ein Stück Natur aufs Dach“ – unter diesem Motto konnten im Rahmen der Krefelder Stadtspaziergänge, die regelmäßig von der Partei Bündnis ‘90, Die Grünen veranstaltet werden, knapp 40 Besucher die bislang wenig beachteten Dachgärten auf den Sparkassengebäuden zwischen Ostwall, Luisen- und Rheinstraße besichtigen.

Gotthard Ulbrich, Leiter des Baumanagements der Sparkasse Krefeld, zeigt insgesamt 2000 Quadratmeter Begrünungsflächen der Innenhöfe und Dächer aus verschiedenen Jahren und mit unterschiedlicher Bepflanzung. Ein Dachgarten aus den 80er Jahren mit hohem Gehölz und sehr pflegeintensiven Pflanzen bettet zwei Glaspyramiden ein, während der Innenhof des modernen Atriumgebäudes eher formalistisch puristisch angelegt ist und sich der kargen Architektur unterordnet. Dann gibt es noch die wohl am wenigsten aufwendige Form von Begrünungsflächen mit sogenannter extensiver Bepflanzung: niedrige Pflanzen wie Bodendecker, die so gut wie keinen Pflegeaufwand benötigen.

„Es ist nicht nur wohltuend für die Augen unserer Mitarbeiter“ erläutert Ulbrich. Da die Pflanzen das Mikroklima positiv beeinflussen, könne so auch an den Betriebskosten für die Klimaanlage gespart werden. Dem Rundgang schließt sich noch ein bildreicher Vortrag des Landschaftsgärtners Benjamin Küsters an, der die verschiedenen Formen der Dach- und Fassadenbegrünung erläutert sowie die ökologischen Vorteile, die gerade in Städten daraus entstehen, um negative ökologische Begleiterscheinungen von Bebauung zu kompensieren.

Begrünte Dächer bieten nicht nur Lebensraum für Pflanzen und Tiere, sie filtern vor allem Schadstoffe aus der Luft und helfen, die Überhitzung in den Städten abzumildern.

Technologie funktioniert auch in Zusammenarbeit mit der Natur

Ein Beispiel dafür, wie modernste Technologie in Verbindung mit intelligenter Bepflanzungsarchitektur sogar Hochwasserrisiken eindämmen kann, ist das sogenannte Retentionsdach. Mithilfe einer Wetter-App kann genau die Regenmenge reguliert werden, die in die Kanalisation abgegeben werden soll, ein anderer Teil des Wassers wird gespeichert und wieder in den Bewässerungskreislauf der Bepflanzung zurückgeführt. So werden Starkregenereignisse wirkungsvoll gedrosselt, könnte Hochwasser in Städten künftig vorgebeugt werden.

Fraktionsvorsitzende der Grünen, Heidi Matthias: „All die tristen toten Garagenhöfe in Krefelds Innenstadt könnten zu bunten Bienenweiden werden.“

Am 10. Juni folgt ein weiterer Grüner Stadtspaziergang zu Krefelder Dachgärten.

Grüne Dächer sorgen für bessere Luft

Medienberichte: Westdeutsche Zeitung | Rheinische Post