Bericht vom ersten Stadtspaziergang am 25.3.2017: Mies-van-der-Rohe-Businesspark

Offensichtlich stieß das Thema des ersten Stadtspaziergangs in diesem Jahr auf großes Interesse, hatten sich doch an dem Samstagnachmittag nahezu 200 Teilnehmer/innen im Eingangsbereich des Businessparks versammelt. Zusammen mit Reiner Leendertz, dem Besitzer des Gewerbeparks, wollten wir den Krefelder/innen die Gelegenheit geben, das von ihm entwickelte visionäre Gesamtkonzept für das 8 ha große Areal kennenzulernen; dabei sollte ihnen auch die Umnutzung des alten Kesselhauses zur Veranstaltungshalle (als Alternative zum Seidenweberhaus) dargestellt werden.

 

Nach einer kurzen Rückschau, wie es zum Erwerb dieser z.T. von Mies van der Rohe für die Vereinigten Seidenwebereien AG – VERSEIDAG – 1931 errichteten Büro- und Industriebauten zwischen Girmesgath und Weyerhofstraße kam, erhielten die Spaziergänger/innen in der unteren Halle des HE-Gebäudes einen bebilderten Kurzvortrag zur Umrüstung des seit Jahren brach liegenden Kesselhauses.

Das Kesselhaus, südöstliche Ansicht

Entsprechend ersten Berechnungen des Krefelder Architekten von Houwald könnte die große Halle auf zwei Ebenen bis zu 1.000, das angrenzenden Kraftwerk bis zu  200 Besucher (bei einer Reihenbestuhlung) fassen. Geplant ist, die Räumlichkeiten so zu gestalten, dass ganz unterschiedliche Veranstaltungsformate ermöglicht werden können. Ein bereits ausgeschriebener Architektenwettbewerb soll die bestmögliche Lösung erbringen. Das Ergebnis samt Kostenkalkulation für  Miete und Nebenkosten für die Halle soll der Stadt in Form eines Angebots im Sommer vorgestellt werden. Dann muss die Politik entscheiden, ob das Kesselhaus zur städtischen Veranstaltungshalle werden soll.

Beim Spaziergang durch den weitläufigen Businesspark erläuterte Reiner Leendertz vor Ort seine Ideen für die einzelnen Bauten. So sollen die Shedhallen der Färberei zu hochwertigen Büroflächen entwickelt werden (entsprechend den bereits sanierten und neu genutzten  Bauten des Pförtnergebäudes und der Kantine an der Girmesgath).

Die alte Färberei, vor und nach der Sanierung (Foto: Leendertz)

Der Bereich um den Wasserturm wäre geeignet für Gastronomie sowie eine kleine Brauerei für Craftbier.

Standort der ehemaligen Tankstelle, demnächst Brauerei

In  einer Halle nahe der Weyerhofstraße könnte ein Fitness Club auf zwei Ebenen entstehen und perspektivisch ist auch ein Hotelneubau an der südöstlichen Flanke denkbar.

Florestrakt, Weyerhofstraße

Doch zuvor gilt es, die vorhandenen Raumkapazitäten in den vielfältigen Backsteingebäuden zu aktivieren und dafür Mieter zu finden. Der offensichtlich sensible Umgang mit der historischen Bausubstanz, die immer deutlicher werdende ästhetische Ordnung und die vielen Bäume, die schon jetzt das Gelände freundlicher erscheinen lassen, sind einige der gestalterischen Aspekte, die dem Projekt den Erfolg versprechen.

Derzeit arbeiten in dem Park bereits 500 Beschäftigte verschiedener Unternehmen.