075/17 | Grüne werden der Bebauung im B-Planverfahren 550 „Fette Henn“ in Hüls nicht zustimmen

Ihre bisherige Haltung zum Bebauungsplan 550 Fette Henn/Hinter der Papenburg haben die Grünen revidiert.

„Unabhängig vom Ergebnis des laufenden Planverfahrens kommt für uns eine Bebauung, wie sie im B-Plan 550 aufgezeigt ist, aus ökologischen Gründen nicht in Frage“,  gibt die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Heidi Matthias, bekannt.

Bereits im Vorfeld zu der geplanten Innenentwicklung habe es in den eigenen Reihen viele Bedenken und kontroverse Diskussionen gegeben. Jüngste Gespräche mit Fachleuten und Umweltverbänden hätten diese Bedenken und Sorgen weiter verstärkt, so dass die Grünen in ihrer gestrigen Fraktionssitzung die Reißleine gezogen und einen einstimmigen Beschluss zur Ablehnung der von der Verwaltung vorgeschlagenen Bebauungsvarianten gefasst haben. „Inzwischen ist uns von Umweltfachleuten glaubhaft vermittelt worden, dass eine Bebauung – nach welchen ökologischen Gesichtspunkten sie auch immer erfolgen würde – eine unwiederbringliche Naturzerstörung zur Folge hätte“, so die umweltpolitische Sprecherin der Grünen, Anja Cäsar. „Das können wir unmöglich mittragen.“

Selbst wenn der innen liegende Graben im besagten Gebiet „Fette Henn“ von einer Bebauung ausgenommen würde, so würde doch wertvollster organischer Boden versiegelt und damit auch der Lebensraum für die Pflanzen und Tiere zerstört, die sich dort angesiedelt hätten.

Auch die grünen Bezirksvertreter in Hüls, allen voran Günter Föller, sind angesichts der neuerlichen Erkenntnisse besorgt und schließen sich der neuen Beurteilung an.

„Die Idee, eine Ökosiedlung für alle Generationen innerhalb von Hüls entstehen zu lassen, hat nicht zuletzt bei uns die Hoffnung genährt, eine Wohnbebauung auf landwirtschaftlicher Fläche in Hüls Süd/West könne dadurch verhindert werden“, erklärt Föller. „Doch mittlerweile haben wir erkannt, dass der Preis dafür zu hoch ist und CDU, SPD und FDP sich offenbar einig sind, das Baugebiet Hüls Süd West in jedem Fall anzugehen.“

Nach Ansicht von Ökologen habe das ca. 33.000 qm große von Niedertorfmoor geprägte Gartengelände zwischen Kretenbäskesweg/Klever Str./ Fette Henn ähnliche biologische Qualitäten wie das „Hummelwiese“ genannte Terrain im Inrath, das vor mehr als 12 Jahren gegen den Protest der Grünen zum Wohngebiet entwickelt wurde.

Als einzig mögliche Variante an der Fetten Henn komme für sie eine flächenökonomische Mehrfamilienhausbebauung auf dem Teil der ehemaligen Gärtnerei in Betracht, sofern die Untere Landschaftsbehörde dies im Hinblick auf den Artenschutz der dort vorhandenen Flora und Fauna als unbedenklich einstufe.