065/17 | Neue Zahlen zur Bevölkerungsentwicklung – Grüne sehen nur geringen zusätzlichen Wohnraumbedarf

Aktuelle Zahlen zur Einwohnerstatistik veranlassen die Grünen, erneut vor einer eklatanten Fehleinschätzung des Wohnraumbedarfs zur warnen.

„Wir weisen ja schon seit langem darauf hin, dass die aus dem Jahre 2014 stammende, aber nach wie vor als Maßstab dienende Verwaltungsprognose eines akuten Bedarfs von 6.500 Wohneinheiten den Realitätscheck bis 2020 nicht bestehen wird“, so der baupolitische Sprecher der Grünen, Ratsherr Daniel John. Ein diesem Bedarf adäquater Bevölkerungszuwachs von rund 10.000 Menschen in den nächsten drei Jahren sei völlig unrealistisch. Stattdessen habe die Realität die Prognose überholt.

„Tatsächlich können wir nämlich feststellen, dass ohne die zugezogenen Flüchtlinge aller Wahrscheinlichkeit nach sogar ein Einwohnerrückgang zu verzeichnen wäre“, so John weiter. Damit werde deutlich, dass auch der Wohnraumbedarf eine endliche Größe sei, die es städtebaulich optimal zu nutzen gelte.

„Die Planung großer Neubaugebiete auf der grünen Wiese wie in Fischeln Süd-West sind demnach weder notwendig noch zeitgemäß, im Gegenteil“, so John. „Sie sind nicht umweltverträglich, bergen Risiken für den Krefelder Wohnungsmarkt, würgen Investitionen im Bestand ab und binden auch noch wertvolle Verwaltungsressourcen, die in Zeiten großer Förderprogramme an anderer Stelle dringend benötigt würden.“

Um Fehlsteuerungen auf der Basis falscher Prognosen zu verhindern, empfehlen die Grünen, dass sich Politik und Verwaltung alsbald mit den Zahlen auseinandersetzen.

„Bisher sind all unsere Warnungen zum Wohnungsmarkt allerdings ungehört verhallt“, bedauert der Grüne. Dabei machten Baulücken und Schrottimmobilien im Stadtbild nachdrücklich deutlich, welches Gift eine Leerstandsproblematik bedeuten könne.

„Wir müssen aus den Fehlern der Vergangenheit lernen und die ja tatsächlich vorhandene Aufbruchsstimmung optimal für Krefeld nutzen“, fordert John. Dafür brauche es statt der aktuellen Neubauflächeninflation ein feines Justieren, bei dem auch die existierenden Quartiere nicht aus dem Blickfeld geraten dürften. Nur so sei für Krefeld dauerhaft ein gesundes Wachstum bei gleichzeitiger Erneuerung erreichbar, sind die Grünen sicher.