051/18 | Aufweitung der Kölner Straße: Grüne kritisieren Verkehrsplanung der 80er Jahre

Fassungslos sind die Grünen über das Festhalten an „uralten Ausbauplänen“, die im Jahre 2020 an der Kreuzung Kölner Straße/Ritterstraße umgesetzt werden sollen.

„Diese Planung stammt womöglich noch aus der Zeit, in der man die westlichen Grundstücke an der Kölner Straße aufzukaufen begann, um die Kreuzung aufweiten und damit nach den damaligen Vorstellungen verkehrstauglicher machen zu können“, mutmaßt die baupolitische Sprecherin der Grünen, Ratsfrau Ana Sanz. Dass eine solche Planung überhaupt noch Bestand habe, mache alle Hoffnung zunichte, dass auch in Krefeld langsam vom Fetisch der autogerechten Stadt abgelassen werde.

Vieler-, aber leider auch andernorts habe das Umdenken in der Verkehrsplanung längst begonnen:

„Während dort breite Verkehrsachsen für den Individualverkehr zu Gunsten von öffentlichem Nahverkehr, Radfahrern und Fußgängern zurückgebaut werden, holt man bei uns überholte Pläne aus der Schublade, die das genaue Gegenteil bewirken“, moniert die Fraktionsvorsitzende Heidi Matthias.

Die Grünen fordern die Verwaltung deshalb auf, diese Pläne nicht umzusetzen, sondern den heutigen Anforderungen entsprechend zu überarbeiten. „ Wir brauchen deutlich breitere Radwege und mehr Platz für Bäume und Begrünung. Der vierspurigen Ausbau der Straße  trägt mit Sicherheit nicht bei, den Südbezirk gestalterisch aufzuwerten“, so Ana Sanz, die auch Bezirksvertreterin im Krefelder Süden ist.

Der Appell der Grünen Ratsfrauen richtet sich gleichfalls an die Politik, die bisher die Verwaltung stets bei der Umsetzung dieser alten Pläne unterstützt hat.

„SPD und CDU übertrumpfen sich derzeit gegenseitig mit Forderungen, den Radverkehr sicher und zukunftsfähiger zu machen, winken aber auf der anderen Seite ein kostspieliges Ausbauprojekt von Anno Tobak (Gesamtkosten 9 Mio €), nonchalant durch“, stellt Matthias fest. Das sei für eine Stadt, die sich bei jeder sich ergebenden Gelegenheit fahrradfreundlich nenne, absurd.

„Verkehrsexperten können sich bei einer solchen Fehlplanung nur die Augen reiben“, so die Grüne abschließend.