045/16 | Grüne Regionalratsfraktion traf in Krefeld Bürgerinitiativen und Naturschutzverbände

Um sich vor Ort ein Bild von der Problematik einer möglichen Südanbindung und -erweiterung des Hafens zu machen, hatte die grüne Regionalratsfraktion Düsseldorf am vergangenen Dienstag Naturschutzverbände und Bürgervereine zu einem Gesprächstermin nach Krefeld geladen. Neben Vertreterinnen des NABU und BUND (Rebekka Eckelboom und Angelika Horster) folgten Mitglieder der Bürgervereine Gellep-Stratum, Lank-Latum und Nierst sowie Ratsleute aus Krefeld (Grüne) und Meerbusch (Grüne und CDU) der Einladung (insgesamt ca. 20 Teilnehmer).

Der gemeinsamen Hafenbesichtigung mit besonderem Fokus auf den möglichen Streckenverlauf einer neuen Ausfallstraße in Richtung Süden folgte ein Gedankenaustausch im Krefelder Rathaus. Dort informierte die grüne Regionalratsfraktion unter dem Vorsitz von Manfred Krause über den derzeitigen Entwicklungsstand des in der Aufstellung befindlichen Regionalplans und ließ sich von den Betroffenen die Auswirkungen der zu erwartenden und bereits jetzt schon durch den Hafen entstehenden LKW-Verkehre erläutern.

Auch wenn die von der IHK geforderte Trassenführung durch das  Naturschutzgebiet Latumer Bruch nur eine textliche Erwähnung im neuen Regionalplan erhält, beruhigte das die Anwohner keineswegs. Nach wie vor sei die Bedrohung, dass das empfindliche FFH-Gebiet mit seinen mehr als 150 geschützten Tier- und Pflanzenarten zerschnitten und unwiederbringlich geschädigt wird, nicht wirklich vom Tisch.

Die Bürgervereine beklagten die Belastung durch LKWs, die sich widerrechtlich und zum Leidwesen der Anwohner durch Lank und Nierst quälten, und kündigten massive Proteste an, wenn sich die Situation nicht bald entschärfe.

Mit Blick auf den 1975 zwischen Krefeld und Meerbusch abgeschlossenen Gebietsänderungsvertrag empörten sich die Meerbuscher Vertreter über die im Regionalplan immer noch – wenn auch nur textlich – erwähnte südliche Erweiterung des Hafens.

Manfred Krause vom Regionalrat empfahl allen Betroffenen, ihre berechtigten Einwände zum Entwurf des Regionalplans spätestens bis zum 6. Oktober einzureichen.

Die Krefelder Grünen bestätigten die Verpflichtung der Stadt Krefeld, den Süden vor Hafenverkehren zu entlasten, und verwiesen noch einmal auf die Dringlichkeit der baulichen Optimierung der Nordanbindung im Bereich Floß- und Berlinerstraße. „Der Ausbau der Nordanbindung steht auf der Prioritätenliste der Krefelder Bebauungspläne auf Platz 2 und die Realisierung sollte insbesondere wegen der neuerlichen Ansiedlung der großen Logistiker VGG und Bauhaus mit mehr Druck vorangetrieben werden“, so die planungspolitische Sprecherin der Grünen, Heidi Matthias.

Alle Anwesenden waren sich darüber einig, auch in Zukunft zum Wohle von Mensch und Natur gegen eine Südanbindung einzutreten.