042/16 | Grüne zum VRR-Nahverkehrsplan: Krefeld fordert Sofortprogramm für mehr Bahn

 

Positiv haben die Grünen darauf reagiert, dass der Ausschuss für Bauen, Wohnen und Mobilität die Forderung nach einem Sofortprogramm zum VVR-Nahverkehrsplan aufgenommen hat.

„Uns geht es darum“, so der verkehrspolitische Sprecher der Grünen, Ratsherr Daniel John, „den schon im Stellungnahmeentwurf der Stadt benannten und bekannten Dreiklang struktureller Defizite – die Takt- und Randzeitdefizite, keine RRX-Berücksichtigung und der Placebo-Fernverkehr – möglichst schnell und zumindest teilweise zu kompensieren. Zur Lösung unserer Verkehrsprobleme brauchen wir mehr Bahn, und die steht uns mit 225.000 Einwohnern und fast 100.000 Pendlern täglich auch zu.“

Bitter sei es da, dass bei den bereits beschlossenen konkreten Umsetzungen des VRR mit dem Verlust der Direktverbindungen unter anderem nach Bochum, Dortmund und Hamm der Status quo tendenziell noch verschlechtert werde. Mit dem nächsten Fahrplanwechsel gehe es dafür zwar schneller nach Gelsenkirchen und Münster, unter dem Strich dürfte es aber mehr Krefelder Fahrgäste geben, die Verlierer der kommenden Maßnahmen seien.

„Eine gute Entwicklung ist immerhin, dass die Krefelder Politik und Verwaltung seit dem Bahngipfel geschlossen die Interessen formuliert und das Thema Bahn auch zunehmend wieder eine Rolle spielt. Sofern wir es künftig auch schaffen, überregional mit unseren Nachbarkommunen und Bündnispartnern gemeinsame Interessen zu vertreten, sehe ich Chancen für überfällige Verbesserungen.“

Für die nun erhobene Krefelder Forderung nach einem Sofortprogramm stehen zwei Verbindungen im Fokus. Der VRR benennt diese in seinem Entwurf zum Nahverkehrsplan selbst, allerdings nur unter den nicht spezifizierten und bindenden Langfristplanungen.

Auf der Strecke Düsseldorf/Köln-Kleve sei die Einführung einer Dritten Leistung Geldern-Krefeld mit Verlängerung nach Neuss und dortigem Anschluss an den RE nach Köln vonnöten. Der Vorteil läge in einer Taktverdichtung Geldern-Krefeld und einer verbesserten Anbindung Richtung Neuss und Köln. Behoben werden müssten hier zusätzlich, so die zweite beschlossene Forderung, die explizit auch für den Korridor Mönchengladbach-Krefeld-Duisburg erhoben wird, die Angebotsdefizite in den Abend- und Nachtstunden sowie am Wochenende.

„Damit wären wir noch nicht am Ziel einer adäquaten und gerechten Schienenanbindung. Für die Bahnkunden in alle Himmelsrichtungen wären damit aber, nach langen Jahren des stetigen Rückschritts, erstmals wieder relevante Verbesserungen verbunden. Es gilt nun für uns als Stadt Krefeld, auf allen Ebenen intensiv für diese Trendwende zu werben“, so John abschließend.