030/17 | Warum ist Krefeld keine Studentenstadt? – Grüne wollen lieber Ursachen erforschen als Schwarzer Peter spielen

Für zu kurz gegriffen halten die Grünen den Vorwurf der Liberalen Hochschulgruppe, das Stadtmarketing sei für das fehlende Studentenleben in Krefeld verantwortlich.

„Viele der gemeinsamen Projekte in Bereichen wie Stadtentwicklung, Design und Kultur zwischen Stadt und Hochschule sind gerade auf die Initiative des Stadtmarketings zurückzuführen“, so die Fraktionsvorsitzende Heidi Matthias. Diese fruchtbare Zusammenarbeit sollte aus Sicht der Grünen intensiviert und in die weitere Studentenschaft getragen werden.

„Dennoch ist nicht zu bestreiten, dass Krefeld als Wohnort für Studierende offenbar nicht der Hit ist“, so Matthias weiter. Die Ursachen dafür, dass viele Studentinnen und Studenten es vorzögen, in ihrer Heimatstadt wohnen zu bleiben als nach Krefeld zu ziehen, seien aber sicherlich komplexer als von den Liberalen dargestellt.

„Dass es immer nur finanzielle  Erwägungen sind, die hier eine Rolle, bezweifle ich“, so Matthias.

Sicher habe in der Vergangenheit auch der schlechte Ruf der Krefelder Ausländerbehörde viele internationale Studenten davon abgehalten, sich in unserer Stadt niederzulassen. Hier sei von den laufenden Umstrukturierungen zu einer wirklichen Willkommensbehörde Besserung zu erwarten.

„Tatsache ist: Krefeld hat viel zu bieten, ob auf sportlicher, kultureller oder auf anderen Ebenen“, stellt die Grüne fest. Noch seien die Mieten bei uns vergleichsweise günstig und der Wohnungsmarkt entspannt. Das müsse allerdings auch bei der Studentenschaft ankommen.

„Die fortschreitende Attraktivierung der Innenstadt und die Schaffung von Quartieren mit mehr Wohnqualität sowie eine verbesserte Bahnanbindung in die Nachbarstädte wird hoffentlich in naher Zukunft dazu beitragen, die Studenten an Krefeld zu binden“, ist Matthias überzeugt.

In jedem Fall sei es gut, dass die Diskussion zu diesem Thema nun angestoßen worden sei. Die Stadt könne nur davon profitieren, wenn sie vor allem auch von Studierenden als lebens- und liebenswerter Wohnort wahrgenommen würde.